Songtexte: Johnny Cash, Matthew 24Am Todestag von Johnny Cash, dem 12. September 2003, hatte ich auf der Hinfahrt zum Probekeller bei der Stadtbibliothek Schlieren halt gemacht, und aus einem Stapel alter Bücher die Originalausgabe von Cashs Autobiografie "Man in Black" gefunden. Ich hatte gerade die Musik zu einem Lied komponiert, das zu der Zeit noch nicht mit der Band eingespielt worden war, (der Text dazu war noch nicht ganz fertig geworden) - ich betitelte ihn vorerst mit: Comets coming down.Am nächsten Tag hörte ich von Johnny Cashs Tod. Ich hatte seine klare, unverwechselbare Stimme immer gemocht, und hin und wieder die eine LP 'The great Johnny Cash' aufgelegt. - (1998 wollte es der Zufall, dass ich mit zwei Freunden in der Berner Altstadt beim Bierchentrinken in der Gasse von ihm überrascht wurde, als er sich mit zwei freundlichen Damen unmittelbar neben uns an einen Tisch setzte, wo er im schönen, sommerlichen Nachmittag ein warmes schweizerisches Mahl zu sich nahm. (Er spielte in Bern auf, wie ich später sah). Seinen schwarzen Mantel legte er nicht ab. Ich liess ihn in Ruhe sein Essen essen und genoss einfach den Moment - meine beiden Freunde erkannten ihn nicht. Cash sass mir genau gegenüber und wir nickten einander zur Begrüssung zu und tauschten ein paar freundliche Blicke aus, er und die beiden Damen (im blauweissen Western outfit) fühlten sich in der ruhigen Gasse an diesem Samstagnachmittag sichtlich wohl. Es war also ein recht phänomenaler Moment den ich genoss, während schon nach 5 Minuten seiner Ankunft am Tisch der erste Autogrammjäger ankam, sodass Mr. Cash Messer und Gabel im weiteren Verlauf noch zweidreimal hinlegen musste). Kaum dass ich von seinem Tod hörte, las ich also "Man in Black". Das Buch war 1975 erstmals erschienen. Cash beschreibt darin die frühen Jahre - von der Kindheit in Arkansas, insbesondere vom tragischen Unfalltod seines Bruders, von der Militärzeit in Deutschland, den ersten musikalischen Schritten, von der Zeit mit Elvis, Luther Perkins usw. Er beschreibt darin den Verlauf seiner Karriere und die Jahre seiner Drogenhölle, erzählt wie er beinahe wahnsinnig geworden ist wegen Alkohol und Barbituraten (Aufputschmittel), und er berichtet mit grosser Ueberzeugungskraft, wie er mit der Liebe seines Lebens - June Carter - wieauch mit Hilfe der Bibel und dem Wort von Jesus Christus das alles endlich überwunden hat. Sein einfacher, direkter Erzählstil beeindruckte mich. Unter den verschiedenen Gospeltexten im Buch, fesselte mich einer ganz besonders: es handelte sich um den Text MATTHEW 24 (Matthäus 24 - Offenbarung). In die Worte vertieft, dachte ich unweigerlich an mein Lied und den Zusammenhang zu Comets coming down. Cashs Text sagte im Grunde das Gleiche aus wie meiner, nur dass er sich direkt an die Offenbarung, also Matthäus 24, lehnte. Das fesselte mich. Innert weniger Minuten machte ich aus Johnny Cashs Zeilen Intro und Refrain, ohne dabei den Sinn seiner Worte zu verfälschen, und baute das Ganze in mein Lied, also in die Musik, ein. Beides schien wie füreinander gemacht. Das Lied beinhaltet nicht nur die Thematik der Apokalypse (Angekündigte 'Zeichen', das Ende der Welt), sondern auch die Wertschätzung, die man jedem gelebten Augenblick zollen, ja jedem Mit-Mensch entgegenbringen sollte. Der Song Matthew 24 nimmt mich jedesmal mit, wenn wir ihn spielen, und ich denke oft daran, wie er wohl Johnny Cash gefallen hätte. Das Lied wird in Kürze auf Well Roared Lion, unserer 2. CD erscheinen. MATTHEW 24 ![]() I heard on the radio there's rumors of war people getting ready for battle, And there may be just one more. I heard about an earthquake and the toll it took away. These are the signs of the times we're in today. Matthew 24 is knocking at the door, And there can't be too much more to come to pass. Matthew 24 is knocking at the door, Today or one day more could be the last. words: John R. Cash 1973 -> Blog-Archiv |