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HISTORY zum Samichlaus

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8 Konzerte, und 1 Song: History

Es gibt ihn noch, den St. Niklaus. Dieses Jahr heisst er Dragan. Tschingell Tschingell He Ho Hou! Er hat an uns gedacht, er hat unser neues Video auf unsere Website geknallt.
Aufgenommen, geschnitten, gemacht hat es Dani Koblet, und ja, die Frage liegt nahe: wie ging denn das, wenn er doch bei den Aufnahmen hinter dem Schlagzeug gesessen hat???

Dani ist im Besitz einer nutzbringenden Videokamera, deren Marke ich nicht im Kopf habe und die auch nicht weiter interessiert. Seit wir am 30. Mai 2003 im Dillons Atelier 73 in Zürich zum ersten Mal 5 Lieder vor Publikum gespielt haben, war das Ding mit ihm dabei. Es gab hie und da Gigs, wo er wegen der Enge und der Lichtbedingungen die Katze im Sack lassen musste. ( zB. im mittlerweile leider abgerissenen Ego ). Ein Andermal waren wir vor dem Auftritt dermassen mit anderen Dingen beschäftigt, ( hallo sagen, Bier holen, Gitarren tunen... ), dass wir uns urplötzlich auf der Bühne wiederfanden, und Dani kam dann nachher lachend an und sagte, er habe völlig vergessen die Kamera aufzustellen.
Mit der Aktion Kamera aufstellen, ist auch bereits fast alles gesagt. Dani sucht sich kurz vor Konzertbeginn jeweils eine Ecke, eine Nische oder platziert das Ding beim Mischpult etc. Sodann auf Record drücken, zurück zur Band, anstossen, die Stöcke in die Hände und los gehts!
Mit der Aktion Video zusammenschneiden, hat es sich weniger flux. Wie lange Dani mit schneiden zugebracht haben muss, kann ich mir nur schwer ausmalen, aber es müssen verdammt viele Stunden gewesen sein - so viele, dass ich und Simon froh sein dürfen, wenn er das Lied überhaupt noch spielen will! - Ahoi!

An dieser Stelle fragen sich eventuell einige, weshalb eine Band ihre Konzerte überhaupt filmt. Ist es Eitelkeit?, oder nehmen die sich einfach nur so wichtig? - Weshalb das Ganze?

Hier einige Antworten:
Antwort 0:
Was uns angeht, so nehmen wir die Musik die wir machen ernst. Die Musik ist wichtig, und wenn man mich fragt, denke ich wohl eine Weile nach, bis ich etwas aufzählen kann das mir mehr bedeutet. Würden wir nur wegen dem Freibier Konzerte geben, sähe die musikalische Entwicklung von Despu Palliton mit Sicherheit anders aus.
Um hier kurz abzuschweifen.
(- Ich bin schon öfter beim Biersaufen gefilmt worden, aber bei videonalen Darbietungen in heimischen Stuben fand ich dies zu beobachten eher uninteressant. Das SF DRS war da wohl anderer Ansicht. Die kamen eine Zeitlang in regelmässigen Abständen, um über meine damalige Band Verwaint faszinierendes aus dem Muotathal zu berichten. Tatsächlich wurde eine Szene, wo ich anno 1994 im Gasthaus Schwert ( zugegeben beträchtlich alkoholisiert ) mit anderen Trinkgenossen: " Im Muotaland isch schöön!!! " geblöckt habe, im Nachhinein des Verwaint Berichts in eine Sendung über Jugendalkoholismus gepackt. Das war eine schöne Grossaufnahme; so schön und gelungen, dass auch meine Verwandtschaft mich erkannte. Das war etwa ähnlich faszinierend wie ernüchternd. Hätte ich mich darüber aufregen sollen? Neeeeeeeeee. Haben Besoffene denn mehr Respekt verdient? - Ja doch, irgendwie schon. Wenn sie nicht NUR saufen, zumindest. Und die vom Schweizer Fernsehen, die dachten bestimmt, dass sich der Langhaarige (ich) noch über die Präsenz am TV erfeuen würde, weil er doch seinem Image alle Ehre macht und in so einer Naturcore Band Krach macht, oder ist es Rock oder Thrash oder - Scheisse wen interessierts... )

Um jetzt aber wieder zum Hauptthema zurück zu kommen: weshalb eine Musikband sich selber filmt.
Antwort 1:
Es muss nicht sein und es geht auch nicht primär um die Konzertaufnahme. Ich kann das so erklären, indem ich mich an den Moment erinnere, als wir vor dem dritten Hard Rock Bistro Konzert bei sehr speziellem Herbstwetter mit dem Bus und allem hinten drin auf der Axenstrasse gen Altdorf dahinfuhren. Wir brausten also gerade von Brunnen her an der Abzweigung Morschach vorbei, als sich mit wunderschöner Sicht auf den Urnersee eine betongraue Wolkendecke schleusenhaft darüber öffnete, und sich ein wundersames, goldenes Licht auf die ruhige Wasseroberfläche des Sees projizierte. Der Anblick war wahnsinnig. In dem Augenblick habe ich mit allem gerechnet; Gottes Hand, Ufo Erscheinungen, oder eine Stimme die mir sagt dass ich aufwachen soll. Im Kassettenspieler liefen gerade die alten Rolling Stones - Singles; im besagten Moment Bill Wymans 2000 Lightyears from Home.
Dani und Simon waren von dem Naturschauspiel genauso begeistert, - so lag es nahe, die Kamera darauf zu richten, die Dani ehedem auf seinem Schoss liegen gehabt hatte. Mit dem Space Song der Stones unterlegt; ich kann nur sagen die Aufnahme hat was.
Das ist ein guter Grund, eine Videokamera mit sich zu führen.
Antwort 2:
Es macht Spass über sich selbst zu lachen. Egal was nach dem Konzert aus dem Fernsehebildschirm auf uns einwirkt - wir amüsieren uns jedesmal. Sind es Essensaufnahmen, wo man hinter und neben sich die besten Kommentare vernimmt, oder einfach ein Ahoi, wir spielen heute in Da und Da - es ist ein filmisch belegtes Zeitdokument das besagt, dass man im Leben tatsächlich auch seinen Spass hatte.
Antwort 3:
Oftmals treffen wir uns bei Dani, Simon oder bei mir Zuhause, um das Gefilmte mit feinem Essen und Trinken einzusehen. Das ist der vielleicht schönste Grund, eine Kamera dabei zu haben. Es ist gut, wenn man im Nachhinein sehen/hören kann, wie die Band die einzelnen Lieder live umsetzt, ohne dabei zu analytisch zu werden.
... und da kommt auch noch der 4. und letzte Grund: für Euch, die Ihr Despu Palliton besucht und Unterhaltung sucht. Seht euch das History - Video an!!!

PS. eigentlich hätte Dani diesen Bericht schreiben sollen - aber er kannte die gloriose Geschichte mit dem Schweizer Fernsehen nicht. ( auch eine Erinnerung an Niklaus " Chläüsi " Renggli sel. - Bäcker und Wirt vom Gasthaus Schwert im Hinterthal )
Aldo



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