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Erfreuliche Entdeckungen

Je moderner die Zeiten, desto schöner sind mir jene Dinge, die einzig 'mit der Aura ihres Daseins' etwas in mir auslösen. Man verweilt, schaut sich den Gegenstand seiner Betrachtung an, und meint Geschichte zu atmen.
So bin ich in der Predigergasse im Zürcher Niederdorf kürzlich auf einen 9 Meter tiefen Grundwasserbrunnen gestossen, welcher wohl jahrhundertelang - (bis ins 17.) - von der ganzen Nachbarschaft benutzt wurde. Heute befindet er sich hinter einem Schaufenster eines Ladens (der vorwiegend indische Kunstgegenstände verkauft), etwa 2 Meter ab dem Kopfsteinpflaster der Gasse vertieft, und tatsächlich wächst noch wilder Farn aus den moosigen Ritzen des Gesteins.
Wie viele Geschichten, frage ich mich, werden an diesem Brunnen beim Wasserholen ausgetauscht worden sein!
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Im Laden drin, hat man mir zum Innenhof hin auch die alte Klostermauer gezeigt, die dem Neumarkt-Garten angrenzt. Man beschaue das untere Bild und beachte die schönen Drachenschuppen- Ziegel. (Die kleine, nachträglich hingepflanzte Büste des Jünglings interessiert weniger). So ein ruhevolles Biotop inmitten der Stadt zeugt von einer Zeit, wo es noch nichts Motorisiertes gegeben hat, und auch das Wort Stress hätte kein Mensch verstanden. Es ist wichtig dass man sich ab und zu darüber bewusst wird, wie blödsinnig die Leute heutzutage den gängigen Trends hinterher rennen, und wie oberflächlich es ist - und wie schade.
Man fragt sich, was dereinst soviel Substanz haben wird wie dieser uralte Brunnen, oder die stillgelegene, fast versteckte Klostermauer. Da kaum mehr auf Dauer, aber meistens nur auf Mietzinsrendite gebaut wird, werden unsere Nachfahren noch seltener auf derlei Schönes stossen.
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the wall




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